Von 12en die auszogen die Eifel unsicher zu machen
Am 7. Oktober trafen sich 12 Reiter nebst Pferden des Treffpunkt Aachen auf der TOWNSENDRANCH in der schönen Eifel um sich auf einen 5 Stunden Ritt durch den Nationalpark Eifel zu machen.
Einige Reiter kannte ich von Reitabzeichen, Kursen oder aus dem Unterricht, den größten Teil aber nur ohne Pferd vom Treffpunkt.
Da stellt sich einem als Verantwortlicher schon die ein oder andere Frage bezüglich Organisation und Sicherheit, wenn Frau mit dem Hang zur Perfektion 10 Amazonen und einen Quotenmann durch die unendlichen Weiten der Eifel lotzen soll.
Nicht dass ich so etwas nicht ständig mache, allerdings sind meine Trails und Ausritte wegen oben erwähntem Hang zur Perfektion mit dem 7. Teilnehmer ausgebucht.
Ja gut, ja gut - würde Beckenbauer jetzt sagen. 12 sind mehr als 7 aber weniger als das Doppelte. Eine Fußballmannschaft hat 11 Spieler, die werden auch von einem Trainer betreut - und die müssen auch noch ins Tor treffen...
Apropos Tor, wer macht eigentlich das Tor zu, wenn wir los reiten?
Ich begab mich nun also zu unserer "Sammelstelle" auf meiner Hauswiese. Da Standen sie alle, hübsch ordentlich aufgereiht, mit ausreichend Abstand und strahlten über das ganze Gesicht. Kein Gequietsche unter den Pferden, alle waren pünktlich da. Während ich so auf die Gruppe zuritt, wartete ich gespannt auf das, was eigentlich jetzt kommen müsste: "Ich muss noch mal auf die Toilette." Aber nix - gar nix. Ich sorgte mich schon um mein Gehörvolumen, aber als ich begann alle zu Begrüßen und mich selber hören konnte, war ich zunächst beruhigt. Wahrscheinlich wollen die vollen Blasen höflicher Weise erst nach meiner Begrüßung geleert werden. Was soll ich sagen, schon wieder nix. Langsam wurde mir komisch. Wir ritten also los und es hatte sich sogar jemand gefunden, der das Tor hinter uns schloss.
Nach 10 Minuten kam der 1. Anstieg über einen Hohlweg, der uns recht schnell 150 Höhenmeter bewältigen ließ - iss halt so in der Eifel.
Ich schwelgte wieder in meiner Erwartungshaltung und wartete auf Reiter die den Pferden das nicht zutrauen, Pferde die den Reitern das nicht zutrauen, Hufeisen die Höhenangst haben und lieber unten bleiben wollen, Sättel die mal ausprobieren wollen wie bequem so ne Kruppe ist, ect. pp. Aber was soll ich sagen, schon wieder nix.
Jetzt wird der Ein oder Andere unter euch vielleicht denken, was hat sie denn nur - soll sie sich doch freuen, dass nix passiert. Und soll ich euch mal was sagen, das hat Sie auch.
Solch perfekte Momente hat man halt nicht oft. Irgendwer muss immer mal hintern Busch und Hufeisenweitwurf ist auch immer wieder gern genommen, dicht gefolgt vom Kolonnen-Hufschuh-Suchwettbewerb. Aber nicht bei dieser super Gruppe!
Erst nach ca. 2 Std. wurde dann eine Rudel-Pipi-Pause eingelegt - die einzige bei dem ganzen Ritt! Nix, aber auch gar nix ist abhanden gekommen. Es gab keinerlei Gemecker, alle waren bis zum Schluss gut gelaunt und guter Dinge. Sowohl Pferde wie Reiter, als auch der große gelbe Ball am Himmel, welcher mangels Wolken tatsächlich bis zum Schluss auf uns herunter schien.
Und als wir da so umher streiften, überkam mich auf einmal solch ein komisches Gefühl der überflüssigkeit. Das ist schon hart, dass kann ich euch sagen. Nix zu organisieren, keine Tips zu geben, keine Routenänderungen weil wir sonst ins Dunkle geraten, da alle 15 Minuten wer anders hintern Busch muß.
Ich kann nur allen Trainern raten, geht dieser Gruppe bloß aus dem Weg!
Mein Therapeut hat 2 Wochen gebraucht um mich aus dieser Depression zu holen ;-)
Nun aber Scherz bei Seite. Ich möchte hier einmal ein Lob an alle Teilnehmer dieses Rittes aussprechen. Ihr habt ganz tolle Pferde, ein super kameradschaftliches Verhältnis untereinander gezeigt, seid alle sehr rücksichtsvoll geritten und es hat mir jede Menge Spaß gemacht mit euch durch die Eifel zu reiten! Wiederholung garantiert!
Biggi Küpper