Der Wanderritt
Eigentlich ist es ja gemein, sich auf Kosten von anderen zu amüsieren...... aber eigentlich auch lustig und wie heißt es doch immer so schön: Ein Tag an dem Du nicht gelacht hast ist ein verlorener Tag. Um es mal mit den Gedanken des Pferdes jener Reiterin zu beschreiben: "Ein Tag an dem Du nicht hingekracht bist ist ein verlorener Tag...
Man stelle sich folgendes vor. Geplant wird ein Wanderritt. 6 Leute planen sage und schreibe 3 Wochen lang einen Wanderritt der 3 Tage gehen soll - Fazit pro Tag eine Woche Planung. ("... wenn ich für eine Woche Urlaub 7 Wochen Vorplanung hätte, dann..... aber jetzt verstehe ich auch die Pisa-Studie. Die Armen Schulkinder müssen ja total überfordert sein bei 6 Wochen Sommerferien....)
Auf alle Fälle wird eine penible Planung in Sachen Aufteilung, Logistik und Catering durchgeführt. An jedem Tag werden neue überlegungen gestartet und die Angst immer größer, bloß nichts vergessen zu haben. Man konsumiert noch schnell Sattelpacktaschen im Gesamtwert von über 200,00 Euro/Person (naja, für einen 3-Tagesritt einmal im Jahr muß so was auch sein!!! Außerdem mit dem Gefühl ein paar Satteltaschen für schlappe 200,00 Euro dabei zu haben, wird das Thema verreiten/verirren gleich viel harmloser. Seien wir doch mal ehrlich, wer will sich schon mit ein paar Alditüten auf dem Rücken im Wald verirren - nein dann lieber mit 200,00 Euro in Form von Lederlappen ein bißchen desorientiert umherstreifen mit dem guten Gefühl "...ich werde hier sterben, aber wenigstens mit Stil...")
Auf alle Fälle muß dann noch eine Banane her, ein Wanderreithalfter, eine Feldflasche, ein Buschhut, Campinggeschirr weil´s im Angebot war, Ein Jack-Woolfskin Rucksack für schlappe 300,00 Euro, weil man will dem Pferd ja auch ein bißchen Last abnehmen (!!!) und eine 2kg schwere Stabtaschenlampe (obwohl man ja 3 Wochen so geplant hat, dass man nie und nimmer auch nur einen Hauch von einer Chance hat irgendwie in die Bredulie zu kommen Nachts zu reiten. Aber wer weiß, vielleicht tritt ja eine unvorhersehbare Sonnenfinsterniss ein und da braucht man ja ein Lichtlein. Gut es hätte auch eine Alditaschenlampe gereicht - aber wenn man jetzt - mitten in der Sonnenfinsterniss - auf andere Leute trifft will man ja nicht mit einer billig Lampe als Looser da stehen.
Nachdem der Tagesritt, bzw. die Ausrüstung ungefähr die Summe von einem Teneriffaurlaub verschlungen hat und einem anschließend einfällt, das man ja nicht mit einem Wohnmobil sondern mit EINEM Pferd los will, wird die Hälfte zu Hause im Schrank verstaut, weil das dumme Pferd ja so außerordentlich klein ist und über gar keine Staufächer verfügt. Als dann endlich Tag X gekommen war wird also alles was man so braucht, auf, unter und neben dem Pferd verschnallt. Nach sorgfältiger überprüfung aller befestigten Teile wird damit begonnen aufzusteigen. Kurz vor der überlegung einen Kran zu bestellen, weil es fast unmöglich erscheint auf dieses Pferd zu kommen ist es dann doch endlich geschafft und die Reise kann losgehen.
Habe ich eigentlcih erwähnt, dass besagte Pferdebesitzerin auch dabei war....?
Die Truppe verlässt also auf schon erwähntem betonierten Weg den Hof und was soll ich sagen... besagtes Pferd stolpert, will sich mit dem anderen Vorderbein auffangen - leider blieb dieses Unterfangen ohne sichtlichen Erfolg- mittlerweile sind wir also auf die Vorderfußwurzelgelenke abgesackt und schaffen es immer noch nicht, uns zu fangen. Reiterin obenauf, verliert auf Grund von JackWoolfskin, welcher träge und vor allem schwer auf Ihrem Rücken prangt das Gleichgewicht und kippt vornüber von Ihrem, mittlerweile immer schneller werdenden, auf den Knien rumrutschenden Pferd. Irgendwann (Zeit kann ja so langsam vergehen) kam er dann endlich zum stehen und stand auf. Fazit: Reiterin, Ihres Zeichens nicht dazu in der Lage alleine aufzustehen, da Jack Sie so freundlich umklammerte, dass selbst David Copperfield da nicht so ohne weiteres wieder rausgekommen wäre, hatte sich das Steißbein geprellt. Ihr Zosse, seines Zeichens ein bißchen ratlos und blutend umherstehend und sich anschließend dazu entscheidend, dass Frauchen da am Boden bestimmt was zu fressen gefunden hat und es bestimmt jetzt an der Zeit wäre mal den Rucksack zu untersuchen, hatte beide Vorderf.wuz. gele. kolossal zerhemmert, zwar nur Fleischwunde aber immerhin. (Manchmal frage ich mich, warum er dort noch keine Hornhaut entwickelt hat - eigentlich müssten Ihm dort zwei Hufe wachsen)
Ende der Geschichte: 5 Leute gingen auf einen Wanderritt und eine verbrachte die nächsten 1,5 Std. damit Ihre Luxusausrütung wieder vom Pferd zu pulen und JackWoolfskin mit einem unfreundlichen und schmerzverzerrten Gesicht in die ewigen Abgründe der hiesigen Mülltonne zu verbannen. Ob er es Ihr je übel genommen hat, weiß man nicht.