Von Vieren, die auszogen das Westernreitabzeichen zu machen
Am vierten Juni 2007 trafen sich in der schönen Eifel vier Frauen, um sich bei Biggi Küpper der Herausforderung des Westernreitabzeichens Bronze und des Abzeichens der Klasse vier zu stellen. Alle Kursteilnehmer brachten ihre eigenen Pferde mit, wovon der ein oder andere merkwürdige Eigenschaften an den Tag legte. So hatte ein Paint Wallach wohl permanent Termine, sah er doch den ganzen Tag sehr geschäftig aus, schaute auf den Boden und wanderte von einer Paddockecke zur nächsten. Ein Quarter Wallach war in der Lage, Knoten zu lösen und sich so nötigen Freiraum für Nachbarschaftsbesuche zu verschaffen.
Was uns Teilnehmer betraf, gingen wir erwartungsvoll zu unserer ersten Theorieeinheit, wobei Biggi uns schnell verdeutlichen konnte, das der Kurs kein Zucker schlecken werden würde.
Nachmittags ging es ans reiten, alle waren etwas angespannt, man konnte den Eindruck bekommen, dass die einzigen entspannten die Pferde waren. Abends um zehn war Feierabend und völlig erledigt zogen wir von dannen. Der Zweite Tag ......( dh. noch fünf Tage bis zur Prüfung) startete für mich entspannt, gut gelaunt trottete ich zum Stall und uups.... traf eine Biggi, die alles andere als entspannt war. Der EWU Richter hatte den Termin auf Samstag vorverlegt, also nur noch vier Tage bis zur Prüfung. Die Entspannung wich der Anspannung, aber egal, da mussten wir durch. Also fleißig lernen und reiten, mein Pferd teilte diese Meinung nicht und schien auf Urlaub eingestellt, was für mich als sowieso dauernd Denker:"Ich schaff das nicht" sehr frustrierend war.
Meine Mitstreiter hingegen, zeigten sich für mich von der besten Seite und es war sehr schön anzusehen. Mittlerweile war Mittwoch und Biggi sowie alle waren anderen guter Dinge, so das während der Theorie auch die Thematik sich hinsichtlich der Anatomie des Pferdes auf die Anatomie der Vogelspinnen verschob. (Ich hatte herausgefunden, das Biggi eine Spinnenphobie hat) Haben Vogelspinnen acht Hüftgelenke? Und beißen Hauspinnen in Menschenfinger und bleiben daran hängen? Fragen über Fragen , mehr dazu später.
Was die Theorie betraf, waren wir immer wieder erstaunt, über wie viel Wissen Biggi verfügt und wie gut sie es vermittelt.
Donnerstag..... noch zwei Tage, schwüle Hitze, 26 Grad. Heute stand der Geländeritt an, uns wurde beigebracht, wie wir uns mit dem Pferd im Straßenverkehr und in der Gruppe zu verhalten haben. Ich habe Biggi (glaube sie wollte es gar nicht wissen ) alles über Vogelspinnen beigebracht: Anatomie, Physiologie, Lebensraum, Nahrungsaufnahme usw.
Mittags wieder Theorie und am Abend Trail üben. Mein Pferd fand das Tor mittlerweile klasse, weil wir viel Zeit davor verbracht haben, dadurch zu gehen, fand er aber unnötig.
Biggi hat sich individuell auf jeden Reiter eingestellt und uns noch viele gute Tipps gegeben. Unser "Manager Paint" war stets gut gelaunt und erledigte brav seine Aufgaben (Tolles Pferd, kann ich den kaufen?) An diesem Donnerstag machte der Tag seinem Namen alle Ehre, es donnerte und blitze, wir waren völlig durchnässt und dann wieder die Frage:"Was machen Spinnen bei Gewitter?" Meine Gedanken schwankten zu Samstag und der Wettervorhersage........Sturmwarnung! Na ja, warum reiten, wenn man fliegen kann.
So wurde es Freitag.... Ein Tag bis zur Prüfung, alle wurden zunehmend unruhig, auch Biggi. Man sah es ihr an. Schaffen es alle? Muss ich ihnen noch was zeigen? Wie werde ich die Frau mit den Spinnen los?
Die Zeit rann uns durch die Finger, es gab noch so viel zu lernen. Aber die Köpfe rauchten, die Festplatten waren voll und bevor sie abstürzten lieber herunterfahren.
Tag X
Der Prüfungstag, viele Fragen die noch zu klären waren: Wie komme ich an Baldrian? Wie sauber auf s Pferd? Wie ohne Heulkrampf wieder runter?
Wir begannen mit der schriftlichen und mündlichen Prüfung, alles klappte. Es sei erwähnt, auch Richter sind nette Menschen.
Draußen grollte der Donner, in meinem Bauch der Magen. Beim Satteln setzten dann Regen und das Gewitter ein. Bestürzung bei uns, so sollen wir reiten?
Unsere Pferde waren der gleichen Meinung. Nun, da mussten wir wohl durch und siehe da, alles klappte ganz gut (bis auf das Tor).
Trotz der Umstände waren alle Reiter und Pferde in Form. Beim Geländeritt wurde noch ein besonderes Lob ausgesprochen, weil unsere Pferde so harmonisch liefen. Merke! Auch Richter können zufrieden lächeln.
Also um es dann noch kurz zu machen, alle bestanden!!!!!
PS: Weil Biggi so klasse war, habe ich auch die Riesenspinne (2 cm) aus dem Reiterstübchen entfernt , lebend!!!!!
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